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Brettspiel "Die Händler vom Taubertal" enthüllt

Unter dem Titel “Die Händler vom Taubertal – Wer macht in Lauda-Königshofen ein Bombengeschäft?” bringt die Stadt Lauda-Königshofen Anfang 2020 ein Brettspiel mit historischem Setting heraus.

Clevere Regeln garantieren ein facettenreiches Spielerlebnis. Erdacht wurden sie von Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Für die Produktion nach höchsten Qualitätsstandards konnte nun der renommierte Ravensburger Spieleverlag gewonnen werden. Für die professionelle Umsetzung der innovativen Idee sicherte der Gemeinderat diese Woche seine volle Unterstützung zu.

Brettspiele bieten ein authentisches Gemeinschaftserlebnis und haben nichts von ihrer Faszination verloren. Der beste Beleg hierfür ist die internationale Spielemesse „Spiel ‘19“, die derzeit in Essen ihre Pforten geöffnet hat. Die 180.000 erwarteten Besucher haben seit Donnerstag die Gelegenheit, die Spieleneuheiten der über 1.000 Aussteller aus fünfzig Ländern kennenlernen. Alleine diese Zahlen zeigen, dass die Welt der Gesellschaftsspiele deutlich größer ist als „Mensch ärgere dich nicht“ oder „Monopoly“. Dass Brettspiele ein solches Phänomen sind, liegt wohl daran, dass sie Menschen aller Generationen zusammenbringen. An diesem Punkt knüpft die Stadt Lauda-Königshofen an.

„Die Idee, ein strategisches Brettspiel zu erfinden und professionell herauszugeben, ist sicherlich ungewöhnlich und sorgt erst einmal für Verblüffung. Aber genau das zeichnet eine gute Idee ja aus: Sie soll überraschen und neugierig machen – das ist uns hoffentlich gelungen. Die Spieler dürfen sich darauf freuen, die Stadtteile von Lauda-Königshofen in einem außergewöhnlichen Kontext kennenzulernen und in die spannende Geschichte unserer Heimat einzutauchen – das alles auf einem erstklassigen Niveau, das den Vergleich mit bekannten Spielehits nicht zu scheuen braucht“, fasst Christoph Kraus aus dem Projektteam die Entstehung zusammen. Gemeinsam mit Martin Bethäuser (stv. Fachbereichsleiter) und Fabian Schwab (Mitarbeiter im Bürgertreff Mehrgenerationenhaus) wurde über Monate hinweg eine gut funktionierende Spielmechanik ausgeklügelt und nach Feierabend in zahlreichen Partien mit wechselnden Testspielern immer weiter verfeinert – so lange, bis alle Spielmechaniken perfekt miteinander verzahnt waren.

„Die Händler vom Taubertal“ beruht auf historischen Ereignissen, Personen und Schauplätzen von Lauda-Königshofen und der Stadtteile im 16. Jahrhundert. Auf spielerische Weise werden Themen wie Heimat, Weinkultur, Pilger- und Wallfahrtswesen, kirchliche und weltliche Herrschaftsstrukturen, dörflicher Alltag, etc. aufgegriffen. Und nicht nur das: Schüler wurden in die detaillierte Ausgestaltung aktiv eingebunden – zum Beispiel für diverse Unterrichtsprojekte. So haben sich Schüler aus der Gemeinschaftsschule eingebracht und mit ihrer Klassenlehrerin Fee Ungar viele gute Ideen zur Illustration der Spielmünzen im Kunstunterricht entworfen. Des Weiteren beleuchten die Schüler des Martin-Schleyer-Gymnasiums in Begleitung ihres Fachlehrers Stefan Nagelstutz verschiedene Aspekte des Spiels. Die Referate, die daraus entstehen, befassen sich zum Beispiel mit den Zusammenhängen des Warenhandels in der frühen Neuzeit, dem dörflichen Leben vergangener Jahrhunderte, dem Pilgern und Wallfahren, aber auch konkreten Persönlichkeiten der Lauda-Königshöfer Stadtgeschichte. Dazu zählt zum Beispiel der berüchtigte Raubritter Hans Thomas von Absberg, der u. a. in Unterbalbach sein Unwesen trieb und eine zentrale Rolle im Spiel einnehmen wird. Die Schülerprojekte rund um das Brettspiel werden zu einem späteren Zeitpunkt auf der städtischen Homepage abrufbar sein.

Doch „Die Händler vom Taubertal“ versteht sich nicht nur als innovative Form des Stadtmarketings, sondern verfolgt noch weitere Ziele. Das Spiel soll überall dort verankert werden, wo sich Menschen jeden Alters begegnen. Dazu haben sich vielfältige Einrichtungen bereiterklärt, das Spiel in ihr Angebot einzubinden: der Bürgertreff Mehrgenerationenhaus, die Stadtbücherei, die Mobile Jugendarbeit, etc. Das Projekt sieht folglich vor, dass eine bestimmte Anzahl an Spielen für gemeinnützige Zwecke sowie als Ausstattung der Dorfgemeinschaftshäuser, Vereinsheime und Jugendtreffs kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus soll das Brettspiel auch zuhause in den Familien und mit Freunden gespielt werden. Daher soll das Spiel zu einem für Jedermann erschwinglichen Preis bei lokalen Betrieben und städtischen Einrichtungen zum Verkauf angeboten werden.

Obwohl die Spieleerfinder noch nicht alle Details zum Spielablauf verraten wollten, ließen sich ihnen schon jetzt einige Details entlocken: Die Spieler schlüpfen in die Rolle fahrender Händler, die mit ihren Ochsenkarren durch Lauda-Königshofen reisen und ihre Waren möglichst clever an den Mann bringen wollen. Diese Waren werden zunächst auf dem Markt in Königshofen ersteigert. Dazu gilt es, eifrig mit den übrigen Mitspielern um das beste Angebot zu feilschen. Die Spieler haben dann die Qual die Wahl: Neben dem reinen Verkaufen ermöglichen weitere Spielelemente, den eigenen Spielerfolg strategisch zu beeinflussen. Aber Vorsicht! Es gibt da auch noch den Schwarzen Ritter, der nachts für seine Raubzüge aus seinem Versteck hervorkommt …

„Die Händler vom Taubertal“ hat nicht nur die Testspieler überzeugt, sondern auch die Jury des Förderprogramms LEADER. Viel ehrenamtliches Engagement bei der Entwicklung des Spiels und die Miteinbeziehung von unterschiedlichsten Gruppen fanden positiven Anklang beim Gremium und führten zu einem positiven Beschluss für die Stadt Lauda-Königshofen. Nicht zuletzt dank dieser Förderung in Höhe von 40 Prozent kann das Spiel nun in einer sehr hochwertigen Ausstattung beim Ravensburger Spieleverlag produziert werden.

Man darf schon jetzt sehr gespannt sein, wenn „Die Händler vom Taubertal“ im nächsten Jahr erscheint. Ganz sicher ist schon jetzt: Analoge Brettspiele sind erwiesenermaßen eine gute Alternative zu elektronischer Unterhaltung, da Jung und Alt in fröhlicher Runde zusammenkommen. Dass ein Brettspiel nun sogar dafür sorgt, tiefer in die Geschichte von Lauda-Königshofen einzutauchen, ist garantiert ein echtes Novum.

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