Taubertäler Wandertage 2014

Bonifatiuswanderweg Oberlauda

Bild: Kurt Breitenstein


Im Rahmen der  8. Taubertäler Wandertage im Lieblichen Taubertal konnte der Heimat-& Kulturverein  Oberlauda den jüngst  gestalteten Bonifatiuswanderweg rund um Oberlauda im diesjährigen kreisweit aufgelegten Programm des Tourismusverbandes „liebliches Taubertals“  platzieren. 

Wanderführer Wolfgang Haas begrüßte die Gäste aus nah und fern. Wandern und Pilgern, so Haas erfreue sich immer größerer Beliebtheit, nicht zuletzt durch das  Buch  „Ich bin dann mal weg“ von Harpe Kerkeling, der eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg zum Anlass nahm, Kraft zu tanken, um sein von Alltagsstress geplagtes Seelenleben wieder ins Reine zu bringen.

 
Zu Beginn ging Wolfgang Haas auf eine alte Inschrift im Kirchenportal ein, nach der die erste Kirche in Oberlauda im Jahr  742  vom irischen Mönch Bonifatius,  dem großen Apostel der Deutschen daselbst geweiht worden sein soll. Dies sei, so die Inschrift unter Regierungshandeln von „Pippin dem Kurzen“ geschehen. „Diese Botschaft hat uns der Oberlaudaer Pfarrer Humbertus im Jahr 1330 in Stein gemeißelt hinterlassen“, so Wolfgang Haas.
„Der Jugend von Oberlauda wurde seit dieser Zeit immer gelehrt; sollten je Kriegsvölker aus Frankreich  Oberlauda bedrohen, wäre es sehr wichtig den Anführern diese Inschrift zu zeigen. Nur beim schieren Lesen des großen fränkischen Herrschernamens Pippin, der damals mit seinem Bruder  über das heutige Deutschland und Frankreich regiert hat, so der gewitzte Plan, würde man Oberlauda verschonen und weiter ziehen“.
Die politischen Herrschaftsverhältnisse waren damals so, dass Pippin der Jüngere und sein Bruder Karlmann aus dem Familienstamm der sogenannten Karolinger faktisch über das riesige Frankenreich  regierten. Das große, Jahrhunderte alte Königsgeschlecht der Merowinger hatte ausgedient und war nur noch auf dem Papier an der Macht. Sohn Pippins war Karl der Große, welcher die Herrschaft des Geschlechts der Karolinger in Folge dann zur absoluten Blüte brachte und sich durch sein politisches Handeln tief in das Geschichtsbewusstsein der Deutschen einbrannte.
 
Vater von „Pippin dem Kurzen“ war Karl Martell, dem es im Jahre 732 gelang in der Schlacht von Tours und Poitiers den einfallenden Mauren einen Schlag  zu versetzen und so den Vormarsch um das Festsetzen  der Muslime in Europa für Jahrhunderte zu stoppen.
 
Im weiteren Verlauf konnten die Gäste das überregional bekanntes Wahrzeichen Oberlaudas , das  größte oberschlächtige Mühlrads Süddeutschlands, bewundern, welches einer dringenden Restaurierung bedarf und 1343 erstmalig in einem Tauschgeschäft mit dem Kloster Gerlachsheim genannt wird. „Auch hinsichtlich der des Gesamtbildes abträglichen angrenzenden Scheuer gäbe es nun die einmalige Chance im Rahmen einer Erbangelegenheit  einen Abriss vorzunehmen“. Man sei mit den Verantwortlichen der Stadt und den Erben in zielführenden Gesprächen. Auch schon im Kommunalwahlkampf hätten alle politischen Akteure unisono den Abriss des Gebäudes als unbedingt notwendig erachtet und so sei man seitens der Bürgerschaft in Oberlauda  guter Dinge im Jahr 2015 eine Lösung herbeiführen zu können.
 
Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein auf dem neugestalteten Volapükplatz war die Figur „Bauer mit Milchkanne“, die aus einer großangelegten Spendenaktion heraus hier entstehen soll das Thema.
Für Projektleiter Kurt Breitenstein ist es wichtig, dass gerade in Oberlauda die Verpflichtung  bestünde dem „Bauernstand“ ein Denkmal zu setzen. „Selbst im sogenannten  Arbeiter und Bauernstaat, so Breitenstein, seien immer nur die hohen Herren, wie Lenin, Marx und Engels  in  Denkmälern verewigt worden.“
Oberlauda, welches im Bauernkrieg die mächtige Burganlage derer von Luden verloren habe, sei in besonderer Weise mit dem  „Urvater des Wohlstands“  verbunden.
 
Das erste große Volksbegehren gegen Unterdrückung und Ausbeutung war der Bauernkrieg 1525, bei dem die mutigen Bauern und deren Familien in den Ortschaften des Taubertals einen hohen Blutzoll leisten mussten. Die Bäche und die Flüsse waren damals blutrot gefärbt, das Leben im Taubertal war jäh zum Stillstand gekommen.
Der bischöfliche Schreiber Lorenz Fries hatte die letzten Tage und die Ereignisse rund um die Burganlage in Oberlauda für den Bischof in Würzburg aus seiner Sicht dokumentiert.
Durch den mutigen Einsatz eines hiesigen Bauern wurden die Burgherrin mit ihren Kindern und Ihr Mann von den aufgebrachten, gedungenen Söldnern verschont und in Mergentheim festgesetzt.
(Text: Werner Kilb)

 

Tourist-Information

Rathaus Lauda
Marktplatz 1
97922 Lauda-Königshofen
Tel.: (09343) 501 - 5332 
Fax.: (09343) 501 - 5999
tourist.info@lauda-koenigshofen.de

Öffnungszeiten

Montag
8.00 bis 12.00 Uhr
14.00 bis 16.00 Uhr
Dienstag
8.00 bis 12.00 Uhr
14.00 bis 16.00 Uhr
Mittwoch
08.00 bis 12.00 Uhr 
Donnerstag
08.00 bis 12.00 Uhr 
14.00 bis 18.00 Uhr
Freitag
8.00 bis 12.00 Uhr