In die fantasievolle Welt der Märchen eingetaucht

Weil Märchen die Persönlichkeitsbildung enorm bereichern, veranstaltet das Mehrgenerationenhaus eine regelmäßige Vorlesestunde.

„Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach: 'Komm, wir wollen in die weite Welt gehen‘“. Mit diesen Worten beginnt das bekannte Kinder- und Hausmärchen „Brüderchen und Schwesterchen“ der Gebrüder Grimm.
Völlig fasziniert, die Ohren gespitzt, haben sich knapp 20 Kinder und Erwachsene im Vorleseraum des Bürgertreffs Mehrgenerationenhaus gemütlich gemacht. Sie sitzen auf weichen Schaumstoffpolstern und hören mit großem Interesse der Geschichte zu, die vor knapp 200 Jahren erdacht, aufgeschrieben und von Generation zu Generation weitererzählt wurde. Die Leiterin des Hauses, Gisela Keck-Heirich, betont schwierige Begriffe besonders gut, damit jeder der Handlung folgen kann. Denn einige Teilnehmer der Vorlesestunde sind erst seit einem Jahr in Deutschland. Auch erwachsene Zuhörer sind heute dabei. Sie kennen die Märchen noch von früher und schwelgen beim Lauschen in alten Kindheitserinnerungen.

Gemeinsame Aktion mit der Schule
Die Vorlesestunde wird regelmäßig jeden Dienstag im Bürgertreff Mehrgenerationenhaus durchgeführt. Das Angebot ist in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen entstanden und bietet den Kindern der Ganztagesbetreuung eine sinnvolle Auszeit. Am Anfang gibt es immer etwas Leckeres zu essen und zu trinken. Dadurch können die Teilnehmer erst einmal in Ruhe ankommen und die familiäre Atmosphäre genießen. Denn vielerorts ist es nicht mehr üblich, dass die Familie gemeinsam am Tisch sitzt und gemeinsam von ihren Erlebnissen erzählt. Genau dazu wird im Mehrgenerationenhaus ein offener Raum geschaffen.

Märchen sind zeitlos
„Märchen sind Geschichten aus einer anderen Zeit“, erzählt Gisela Keck-Heirich. Die Leiterin der beliebten Einrichtung in der Josef-Schmitt-Straße ist ein Fan von klassischer Märchenliteratur von „Hänsel und Gretel“ bis „Rumpelstilzchen“. Schon 20 Mal konnten Kinder und Erwachsene seit Oktober 2017 in fantasievolle Welten abtauchen. Warum sind Märchen so faszinierend? „Es geht immer um das Ringen von Gut und Böse und das Vermitteln von Lebensweisheiten. Deshalb haben Märchen den Lesern von heute noch immer etwas zu sagen. Sie greifen Schicksale aus dem Alltag auf und helfen, die Dinge sinnvoll einzuordnen“, erzählt Gisela Keck-Heirich, und ergänzt: „Märchen tragen außerdem zur Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit bei. Indem die bösen Fabelwesen überwältigt werden, lernen Kinder, dass negative Kräfte besiegt werden können.“ Angesichts der vielen positiven Effekte, die durch das Vorlesen der Fantasiegeschichten entstehen, ist die Leiterin stolz auf den großen Zuspruch der Veranstaltungsreihe.

Gut kommt bei den Teilnehmern an, dass die Geschichte nach dem Vorlesen als Stegreifspiel aufgeführt wird. Einfache Requisiten wie bunte Stoffumhänge, Krönchen oder Zepter helfen dabei, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. So wird die Handlung noch einmal anschaulich nacherzählt. Etwaige Verständnisprobleme werden nebenbei auf spielerische Weise aus dem Weg geräumt. Die fröhliche und ausgelassene Stimmung zeigt: Märchen haben nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Sie sind zeitlos und bieten Orientierung auf dem Weg ins Leben. Was hat den Kindern an der Geschichte vom „Brüderchen und Schwesterchen“ am meisten gefallen? Einstimmiges Urteil: dass die böse Hexe, die ihre beiden Stiefkinder wüst und böse behandelt, am Ende ihre verdiente Abreibung bekommt. Denn Gerechtigkeit siegt eben immer!

 

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